ORF nicht mehr in Sozialen Netzwerken

Der ORF muss seine Facebook-Aktivitäten einstellen. Betroffen davon sind 39 Facebook Seiten; unter anderem Ö3, FM4, ORF BÜRGERFORUM und dokfilm.

Das ORF-Gesetz vom 01.10.2010 bestimmt im § 4f (2):

25. soziale Netzwerke sowie Verlinkungen zu und sonstige Kooperationen mit diesen, ausgenommen im Zusammenhang mit der eigenen tagesaktuellen Online-Überblicksberichterstattung

dürfen nicht im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Auftrags bereitgestellt werden.

Am 25.01.2012 erging der Bescheid der KommAustria in dem die 39 Facebook Seiten aufgelistet sind, sowie das Verfahren und Stellungnahmen aufgeführt sind.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) fordert schon lange  Einschränkungen des ORF im Online-Bereich.  Die renommierte und von Medienseiten oft zitierte ORF Futurezone verschwand bereits auf Grund dieser Restriktionen. Ebenso müssen Angebote der ORF-Mediatheken (wie in Deutschland auch) „depubliziert“ – aus dem Angebot genommen – werden.

Marco Schreuder kommentiert dies auf network communication strategy teffend:

Die Verleger sollten sich vielleicht besser Gedanken machen, wie sie ihr eigenes Angebot verbessern können, als sich darauf zu konzentrieren die Möglichkeiten des nunmal erfolgreichen öffentlich-rechtlichen Rundfunks (was immer man persönlich dazu für eine Meinung hat) zu beschneiden oder sie tief ins 20. Jahrhundert zurück zu schicken.


Weiterführende Links:
Österreichischer Rundfunk muss Facebook-Aktivitäten einstellen, heise online, 04.02.2012
Dürfen’s denn das? Beate Firlinger, diefirlinger, 03.02.2012
Social Media Verbot und öffentlich-rechtliches Interesse, Marco Schreuder, network communication strategy, 04.02.2012
Bescheid der KommAustria, KOA 11.260 / 11-018, 25.01.2012
ORF-Gesetz § 4f

[Update Link]
Streit um die Facebookseiten des ORF – Gefällt ihnen nicht, Saskia Hödl, taz, 20.02.2012