Digitale Überwachung durch EU-Energieeffizenzrichtline?

Der Vorschlag für die „RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Energieeffizienz ..“ sieht u.a. vor, dass intelligente Stromzähler den Verbrauch direkt erfassen, speichern und dem Energieversorger sowie – falls „gewünscht“ – einem Dritten übermitteln.

Ziel sei es „den Energiedienstleistungsmarkt zu fördern, Haushalte und Unternehmen über Abrechnungen und intelligente Zähler besser und häufiger über ihren tatsächlichen Energieverbrauch zu informieren, sowie verbindliche Energieaudits für große Unternehmen“ zu erstellen (S. 4 der Richtlinie).

Auf Seite 50 der Richtlinie ist festgelegt, wie diese Daten abzurufen sind:

Die durch die Schnittstelle übermittelten privaten Daten müssen dem Endkunden die Möglichkeit geben, seinen früheren Verbrauch einzusehen … und zwar
a) an jedem einzelnen der letzten sieben Tage;
b) in der letzten ganzen Woche;
c) im letzten ganzen Monat;
d) im gleichen ganzen Monat des Vorjahres;
e) im letzten ganzen Jahr.

Der Endkunde soll auch mit öffentlichen Daten versorgt werden, um seinen Tarif anpassen zu können: „Tarife mit Echtzeit-Tarifierung, Spitzenzeiten-Tarifierung und Spitzenzeiten-Rabatten“ werden hier genannt.

Das scheint auf den ersten Blick alles positiv zu sein und Transparenz über den Verbrauch zu gewährleisten. Doch was sagen die ermittelten Daten aus?

Es soll (wie es zur zeit aussieht) alle 15 Minuten an das Energieunternehmen der aktuelle Verbrauch übermittelt werden. Der Kunde soll „ergänzende Informationen zum früheren Verbrauch …sowie weitere nützliche Informationen… direkt durch die Schnittstelle oder über das Internet in einfacher Weise“  erhalten (S. 50).

Eine zeit-genaue Übermittlung der Verbrauchsdaten lässt Rückschlüsse auf das Verhalten der Verbraucher zu:

  • Wann ist jemand zu hause?
  • Wie oft und wann kocht jemand?
  • Wann wird gebadet/geduscht?
  • Sogar das geschaute TV-Programm kann ermittelt werden (unterschiedliche Helligkeitsverläufe je nach gewähltem Programm ergeben einen eindeutigen „Fingerabdruck“).

Weiterführende Links:

Überwachung aus der Steckdose, Netzreporter auf Dradio Wissen | Direkter Link zur Audiodatei
Was smarte Stromzähler über uns verraten, futurezone.at